Wasserprojekt


NAKOPA-Projekt: Integriertes Wasserressourcenmanagement und sanitäre Basisversorgung in den Einzugsgebieten von Wiwilí.

In enger Zusammenarbeit mit dem Referat für internationale Kontakte der Stadt Freiburg und der Nicht-Regierungsorganisation BORDA aus Bremen, hat der Wiwilí-Verein von 2018-2021 ein NAKOPA-Projekt (Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte) zur Verbesserung der Wasserversorgung durchgeführt.

Projekttitel: Integriertes Wasserressourcenmanagement und sanitäre Basisversorgung in den Einzugsgebieten von Wiwilí.
Projektträger: Referat für internationale Kontakte, Stadt Freiburg i. Br.
Projektlaufzeit: 01.11.2018 bis 31.10.2021
Projektvolumen: ca. 365.000 EUR
Projektförderung durch: Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW), Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Ausgangssituation und Problemanalyse

Die Gemeinden Wiwilí-Jinotega und Wiwilí-Nueva Segovia werden mit Wasser aus zwei verschiedenen Wassereinzugsgebieten (EZG) durch eine jeweils ca. 5 km lange Wasserleitung versorgt. Diese wurde in den 1980er Jahren erbaut und bisher nicht relevant modernisiert oder erweitert (Abb.1). Die Einzugsgebiete des Caño Kilambé (9.6 km²) und des Caño Wiwili (ca. 30 km²) sind teils dicht besiedelt, intensiv landwirtschaftlich bewirtschaftet (Viehhaltung und Ackerbau) und stark von unkontrollierter Abholzung betroffen. Wasseruntersuchungen haben gezeigt, dass das Trinkwasser für die städtische Bevölkerung beider Gemeinden (ca. 15.000 Einwohner) sehr stark mit „coliformen Bakterien“ belastet ist, was eine ständige Gefahr für die Gesundheit der Menschen (vor allem von Kleinkindern, Alten und Schwachen) bedeutet. Zu den Hauptverschmutzungsquellen gehören Wassereinleitungen (Grauwasser) aus häuslichen Tätigkeiten von Haushalten in der Nähe der Wasserbezugsquellen im EZG, mangelhafte landwirtschaftliche Praktiken (Pestizid- und synthetischer Düngemitteleinsatz) z.B. beim Kaffeeanbau und dessen Verarbeitung (Waschwasser, „Agua Miel“) sowie Mangel an sanitärer Grundversorgung (keine oder nur Latrinen in sehr schlechtem Zustand). Die fehlende Wasserversorgung mit sauberem Trinkwasser im Wassereinzugsgebiet zwingt die Oberlieger u.a. zur Körperhygiene im Fließgewässer, aus welchem die Unterlieger ihr Trinkwasser entnehmen. Es fehlt grundsätzlich an fließendem Wasser im EZG, um Grundhygiene wie Händewaschen in öffentlichen Einrichtungen (ländliche Grundschulen) sowie in Privathaushalten zu garantieren.

Vorbereitung des Projekts

Die Abwasser- und Sanitärsituation wurde 2016 von Experten des Wiwilí Vereins durch Erstellung einer „Baseline-Studie“ analysiert und begutachtet. In enger Zusammenarbeit mit den Kommunalverwaltungen und den Einwohnern von Wiwilí, konnte eine gemeinsame Entwicklungsstrategie entwickelt werden (Abb. 2). Nach den Kommunalwahlen im November 2017 in Wiwilí gab es in beiden Gemeinden politische Veränderungen sowie einen neuen Bürgermeister (Wiwilí Nueva Segovia) und eine neue Bürgermeisterin (Wiwilí-Jinotega). Mit den neuen Mitarbeitern der Stadtverwaltungen wurden Anfang des Jahres 2018 zwei partizipative Workshops durchgeführt, in denen die Probleme und Prioritäten im Bereich Wasser und sanitäre Grundversorgung definiert wurden.

Ziel des Projektes

Durch das NAKOPA Projekt soll die sanitäre Grundversorgung der Bewohner im Bereich der Wassereinzugsgebiete verbessert (siehe Abb.3) und die Kontamination in den künftigen Trinkwasserschutzgebieten durch Sensibilisierungsmaßnahmen und praktischen Lösungen reduziert werden. Zudem soll die bestehende Unterversorgung von Trinkwasser (Quantität und Qualität) für die bisher vernachlässigten Stadtkerne von Wiwilí Jinotega und Wiwilí-Nueva Segovia verbessert werden. Die Bevölkerung (besonders in den Teileinzugsgebieten der bestehenden Wasserversorgungen) und die Stadtverwaltungen mit ihren Fachabteilungen für Wasser und sanitäre Grundversorgung (UMAS) werden aktiv in das Projekt einbezogen. Die geplanten Maßnahmen zielen auf eine Verbesserung der Wasserqualität sowie auf eine ausreichende Wasserversorgung der Stadtkerne ab, vor allem in Hinblick auf den Klimawandel und das zu erwartende Bevölkerungswachstum durch den geplanten Brückenbau in Wiwilí. Darüber hinaus soll der Schutz der Wassereinzugsgebiete in Wiwilí durch ein Monitoringsystem etabliert werden, um Wasserqualität und Quantität langfristig und nachhaltig zu sichern.