Kürzlich wurde das Projekt zur Modernisierung des Sendebetriebs des Radio Kilambé in Freiburgs Partnerstadt Wiwilí abgeschlossen. Es war mit der finanziellen Unterstützung Freiburger Bürgerinnen und Bürger, der Stadt Freiburg und des Landes Baden-Württemberg über die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) vom Wiwilí-Verein Freiburg koordiniert und in Wiwilí von unserer dortigen Partnerorganisation ADEM (Asociación de Desarrollo Municipal) durchgeführt worden. Andreas Kolb, der das Projekt für den Verein betreut hat, fasst die Hauptergebnisse zusammen: Der Radiosender hat seine Reichweite vergrößert, die Sendestudios sind schallisoliert und auf der Basis einer Hörerbefragung kann das Programm besser auf die Hörerschaft ausgerichtet werden.

Schwerpunkt der Hörerbefragung waren die kleinen Dörfer im gebirgigen Umland von Wiwilí, wo der Sender oft das einzige verfügbare Medium für den Kontakt mit der Außenwelt ist. 83% der Befragten haben guten Sendeempfang. Die beliebtesten Sendungen sind ein Nachrichtenprogramm, ein Musikprogramm und ein Programm „Alforja Campesina“ („Ländliche Brotzeit“), das Musik, Nachrichten, Humor, Grußbotschaften in verschiedenen Sprachen - neben Spanisch u.a. die indigene Sprache Miskito - und Beiträge zu Gesundheit und Umweltschutz enthält.

Das Projekt umfasste auch Fortbildungen zu journalistischer Arbeit und dem Umgang mit der Sendetechnik, die außer mit dem Radiopersonal auch mit interessierten Jugendlichen durchgeführt wurden.

Für die Zukunft plant der Radiodirektor Jamin Barahona, der im Oktober 2018 mit der Bürgermeisterdelegation aus Wiwilí in Freiburg gewesen war u.a. den Ausbau des Nachrichtenprogramms mit lokalen Reportagen, mehr Sendezeiten im Bereich Gesundheit und Umweltschutz sowie ein Programm in Miskitosprache. Auch hat er weitere Pläne zur Infrastruktur: den Sendemast auf dem fast 1400 m hoch gelegenen Kilambé-Gipfel erneuern, im Radiogebäude eine Ausstellung zur Städtepartnerschaft Freiburg – Wiwilí einrichten und die exponierte Lage des Hauses mit Aussicht über Wiwilí und den Río Coco als touristisch interessanten Punkt zugänglich machen.

Überschattet wurde die Durchführung des Projekts von den politischen Unruhen in Nicaragua, die auch in unserer Partnerstadt deutlich zu spüren waren. Diese haben allgemein zu einem Unsicherheitsgefühl sowie zu einer Polarisierung von Ansichten beigetragen.